Begegnung macht Schule

Begegnung macht Schule

 

Projektausgangslage und Ziele

Berlin, eine Großstadt mit unendlich vielen Geschichten, Persönlichkeiten und Lebensstilen. Innerhalb jedes Kiezes leben unterschiedlichste Menschen nebeneinander und miteinander, jedoch geschehen Begegnungen meistens nur sehr flüchtig und ohne gehaltvollen Austausch.

Schulen könnten Orte sein, an denen Kinder und Jugendliche unterschiedlichster Hintergründe zusammen lernen in einem Umfeld, dass die Diversität der Gesellschaft wiederspiegelt. Das Schulsystem in Deutschland ist jedoch sehr schlecht darin, heterogene Klassenstrukturen zusammenzubringen. Ganz im Gegenteil: Viele Sekundarschulen, vor allem in den Großstädten wie Berlin, sind stark segregiert. Das bedeutet, dass in diesen der Anteil von Schüler*innen mit Migrationshintergrund und sozialer Benachteiligung überdurchschnittlich hoch bzw. unterdurchschnittlich niedrig ist.

Dialog macht Schule

Wir glauben, dass man eine andere Lebenswelt am besten kennenlernt, wenn man über interessante Themen diskutiert und an einem gemeinsamen Ziel arbeitet. Deshalb haben wir ‚Begegnung macht Schule‘ gestartet, wo wir Jugendliche über Schulgrenzen hinweg zusammenbringen, damit sie regelmäßig an langfristig angelegten Projekten arbeiten. Wir kreieren einen Rahmen, in dem ein interessanter Austausch zwischen Jugendlichen mit unterschiedlichsten Haltungen und Lebensstilen stattfinden kann.

Im Verlauf des Projektes entwickeln die Schüler*innen ihre Diskussions-, Kooperations- und Konfliktfähigkeit, erlernen neue kreative Methoden und lernen nebenbei andere Lebenswelten kennen.

Für Lehrkräfte und Schulen bildet das Projekt die Möglichkeit im Austausch mit anderen Schulen viel mitzunehmen für die eigene Arbeit.

 

Ablauf

Im September 2017 geht das Projekt in Berlin an den Start. Es wird zunächst im Schuljahr 2017/2018 mit 4 Schulen in Berlin und im Schuljahr 2018/2019 mit 2 Schulen in Hannover und 2 weiteren Schulen in Berlin durchgeführt.

Beim ersten Durchlauf mit dabei sind 4 Schulklassen der 9. Jahrgangsstufe aus je 2 integrierten Sekundarschulen und 2 Gymnasien. Hierbei bilden sich die Partnerklassen aus je einer Schule jeden Schultyps. Eines der beiden Schultandems trifft sich im Rahmen des Ethikunterrichts und das andere Tandem als freiwillige AG. Insgesamt umfasst die Arbeitsphase 14 regelmäßigen Treffen und 7 Workshop-Tage. Dazu kommt ggf. noch ein weiterer Tag, der als Projekttag zu einem passenden Zeitpunkt eingesetzt wird.

 

Team

Das Projekt wird koordiniert durch die Projektleiterin Anna Haupt. Sie wird unterstützt durch den Projektmitarbeiter Jonas Deitert. Beide sind für die pädagogische Konzeption und Organisation zuständig.

Die Begegnungstreffen und Projektarbeiten werden von 12 erfahrenen Dialogmoderatorinnen und Dialogmoderatoren geleitet. Sie alle haben bereits Dialoggruppen an Schulen für mindestens 2 Jahre begleitet und begleiten mit ihrer wertvollen Erfahrung die Konzeption und Umsetzung des Projektes.

Projektleitung

Anna / Projektleiterin (email)

Ich bin 37 Jahre alt und habe mit großer Freude die Leitung des Projektes übernommen. Nach meinem Studium der Germanistik, Geschichte und des öffentlichen Rechts habe ich 9 Jahre als Studiengangsleitung für einen Master für soziales und politisches Unternehmertum und als Projektleitung in diversen internationalen Begegnungsprojekten gearbeitet, vorwiegend in Kamerun, Ägypten und Afghanistan. Ich bin fasziniert von der Gleichzeitigkeit unterschiedlicher Lebenswelten und Geschichten. Begegnungen mit Menschen in und aus unterschiedlichen Kulturen treiben mich an.

Jonas / Projektmitarbeiter  (email)

Ich habe Pädagogik, Soziologie und Kinderrechte studiert. Bevor ich bei Dialog macht Schule angefangen habe, war ich bei einer Kinderrechte-NGO in London und war als Entwicklungshelfer im Nord-Irak und in Haiti aktiv. Ich bin inspiriert durch Begegnungen mit Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und Geschichten. Deshalb liebe ich Reisen, weil ich dabei Menschen und Kulturen aus aller Welt kennen lerne und das Gefühl von Verbundenheit aller Menschen über alle Unterschiede hinweg emfinde.

 

Dialogmoderator*innen

Zevan

Ich studiere Englisch und Französisch auf Lehramt. Neben dem Studium interessiere ich mich vor allem fürs Schreiben. Literatur ist für mich nicht nur Zuflucht und Verarbeitung meiner eigenen Erfahrungen, sondern auch stets Inspiration gewesen. Ich sehe im Schreiben eine einzigartige Möglichkeit Ideen zu teilen und andere Menschen auf einer Ebene zu erreichen, welche sonst nicht zugänglich wäre.

 

Johanna

Ich studiere Englisch und Politische Bildung und möchte mal als Lehrerin an einer Schule arbeiten. Neben der Uni war ich schon bei verschiedenen Organisationen aktiv und habe mit Berliner Schüler*innen über Themen wie Politik oder sexuelle Vielfalt gesprochen. Gerade überlege ich beim Verein Kreidestaub, wie wir Schulen besser machen können. Ich möchte gern erfahren, wie Lernen überall auf der Welt funktioniert und wie wir Wissen miteinander teilen können. Wenn ich mich in drei Wörtern beschreiben müsste: #nachfragen #süßigkeiten #ganz-viel-lachen

 

Marcus

Für Politik habe ich mich schon immer interessiert und konsequenterweise habe ich das dann auch studiert. Heute bin ich Wissenschaftler an in einem sozialwissenschaftlichen Forschungsinstitut und arbeite dort zu Themen wie Populismus und Demokratie. Ich frage mich: Was verstehen eigentlich die Bürger*innen unter einem guten Gemeinwesen? An der Arbeit mit jungen Menschen gefällt mir besonders gut, dass diese noch einen ganz unverstellten Blick auf die Gesellschaft haben. Da stellen die Jugendlichen auch gerne mal „harte“ Fragen.

 

Kim

Ich bin Sozialwissenschaftlerin und studiere jetzt noch Kunst und Politik auf Lehramt. Aufgewachsen in Berlin Kreuzberg, waren mir Themen wie Gerechtigkeit, Anti-Diskriminierung und Toleranz schon von früh an eine Herzensangelegenheit. Musik, Kunst und Bewegung sind meine Passion, denn sie bringen Menschen zusammen und lassen sie nonverbal kommunizieren. Geteilte Freude verbindet und macht tolerant. Junge Menschen zu ‚empowern‘, zu motivieren, aber auch zu sensibilisieren, motiviert mich.

 

Sarah

Geboren in Rostock, der mit Abstand schönsten Hansestadt der Welt, war ich mit neun Jahren der festen Überzeugung, dass mein beruflicher Werdegang nur als Journalistin enden könne. Also zog ich nach meinem Studium in Wirtschaftspsychologie, von Hamburg (der zweitschönsten Hansestadt) in unsere Hauptstadt und wurde Journalistin bei Axel Springer. Heute arbeite ich als Redakteurin in einer kleineren Agentur. Das tägliche Weltgeschehen motiviert, inspiriert und fordert mich jeden Tag. Mein Ziel: gemeinsam mit anderen Weltgeschehen gestalten.

Neslican

Nach meinem Politikstudium hat mich das Thema Teilhabe und politische Bildung interessiert. Politische Bildung ist meiner Meinung nach eine wichtige Voraussetzung für die Teilhabe in einer demokratischen Gesellschaft. Deswegen arbeite ich in einer Stiftung an einem Projekt, in dem es um die Stärkung von Jugendlichen geht. Daneben engagiere ich mich als Mentorin für Menschen mit einer Fluchtgeschichte, um Austausch zu ermöglichen und Teilhabe zu fördern.

 

Julian

Ich komme aus Frankfurt am Main und habe dort, in Prag und in Berlin meinen Bachelor in Politischer Bildung und Biologie absolviert. Zurzeit studiere ich im Master, um mit meinen Fächern Lehrer zu werden. Mich treibt die Ungerechtigkeit in unserem Bildungssystem an, in jedem Menschen Potentiale zu suchen. Durch Begegnungen lernen wir, dass Wertschätzung mehr ist als die Bewertung von Leistung die uns alltäglich begegnet.

 

Emel

Neben meinem Lehramtsstudium (Deutsch/Ethik/Philosophie) und der Arbeit bei Dialog macht Schule interessiere ich mich für Mode und meine Stadt Berlin. Ich unternehme viel mit Freunden, besuche Museen und lerne unbekannte Orte kennen. Um auch mal abzuschalten, reicht manchmal ein Kaffee mit den Liebsten! Außerdem interessiert mich der Werdegang der nächsten Generation, die sehr geprägt ist von Technik und Medien.

Reina

Ich habe Sozial- und Kulturanthropologie, Katalanische Sprache und Lateinamerikastudien studiert. Während meines Studiums realisierte ich, wie gesellschaftlich relevant Schule ist. Deshalb studiere ich jetzt Spanisch und Politik auf Lehramt. Ich möchte daran arbeiten, dass Schule bunter, gerechter und Individualität fördernd wird. Erfahrungen von Vielfalt aller Art treiben mich an: beim Reisen, in Berlin, in der Familie, mit meinen ‚Dialog macht Schule-Kids‘, unter Freunden, in meiner Erasmus-Heimat Barcelona…

Erik

Hallo, mein Name ist Erik, ich bin 33 Jahre jung und arbeite gern mit Kindern und Jugendlichen. Aus diesem Grund habe ich vor ca. 6 Jahren meinen Beruf als Informatiker an den Nagel gehängt und bin Erzieher & Jugendbetreuer geworden. Ich war von der Idee von „Dialog macht Schule“ von Anfang an begeistert, weil es mir eine andere Begegnung mit den Kindern und Jugendlichen auf Augenhöhe ermöglicht. Außerdem hoffe ich, dass ich so an einer lebenswerten Zukunft für meine kleine Tochter mitarbeiten kann.

Falk

Ich bin Falk, 24 Jahre, und studiere momentan Politik/Verwaltung und Organisation. Bevor ich bei „Begegnung macht Schule“ aktiv war, habe ich 2 Jahre als Dialogmoderator bei „Dialog macht Schule“ an der Albrecht von Graefe Schule gearbeitet und dabei unglaublich spannende Erfahrungen aufsaugen können. Darüber hinaus bin ich Stand-up-Comedian und verbringe daher viel Zeit auf kleinen Bühnen und erfreue mich an den potentiellen Lachern der Leute, die sich bereit erklärt haben ihren Feierabend mit mir zu verbringen. Inspiriert werde ich bei beiden Beschäftigungen von den verschiedensten Lebensrealitäten der Menschen denen ich begegne.

 

Dominika

Ich habe Kunstgeschichte mit Fokus auf transkulturelle Phänomene studiert und war schon während des Studiums viel in verschiedenen migrantischen Initiativen aktiv. Als Projektmanagerin bei querstadtein – Berlin anders sehen entwickle und koordiniere ich alternative Stadttouren, die von ehemals Obdachlosen und Geflüchteten durchgeführt werden. Begegnungen sind für mich ein wichtiges Format der politischen Bildung, durch das das Zusammenleben in unserer Gesellschaft positiv gestaltet werden kann.

 

 

Begleitung

Das Projekt wird durch einen Qualitätszirkel begleitet, bei dem die Möglichkeit einer Verankerung des Projektes an den Schulen ausgelotet werden soll. Der Qualitätszirkel setzt sich aus 8 Referent*innen zusammen, u.a. werden Vertreter*innen der Senatsverwaltung (SenBJW), Schulleiter*innen, Lehrkräfte, Wissenschaftler*innen, Vertreter*innen außerschulischer Bildungsarbeit sowie Wissenschaftler*innen eingeladen.

In jährlichen Treffen wird die Struktur und Umsetzung des Projektes und insbesondere die Verankerung an den Schulen kritisch-konstruktiv beleuchtet. Darüber hinaus werden die Zielgruppen des Projektes klarer definiert und erste grundlegende Bedingungen überprüft, die essentiell sind für eine erfolgreiche Umsetzung. Die Ergebnisse des ersten Qualitätszirkels fließen in ein erweitertes Konzept des Projektes ein. Im Qualitätszirkel wird das Design des Projektes immer wieder in Hinblick auf seine weitergehende Umsetzung kritisch reflektiert.

 

Förderer

Das Projekt läuft vom 1. April 2017 bis zum 31.12.2019 und wird finanziert von: